Die Kanalinseln und die Stadt der Engel
30. August
Heute gehts auf die 'Channel Islands'. Gestern Abend habe ich noch erfahren, dass ich 'at least 45 minutes before departure' meinen Check-In auf dem Boot machen muss. Da es um 0800 losfährt und eine Stunde weg ist, hält sich der Schlaf in Grenzen.
Die Channel Islands sind mehrere Inseln von unterschiedlichen Grössen, Floren und Faunen. Meine Reise heute geht nach 'East Anacapa', eine kleine Insel im Archipel.
Auf der Fahrt durch das Meer, sieht man wunderbar den Sonnenaufgang über dem Festland und einige Delphine zeigen sich auch noch.
Die Anlegestelle auf der Insel ist in einer kleinen Steinbucht. Raue Steinwände ragen in jede Richtung auf. Hier kann das Boot nur bei ruhigen Bedingungen landen.
Nach der Landung geht es auch zuerst ein Treppengerüst hinauf, da sonst der Zugang via Kletterei erfolgen müsste.
Anacapa ist ein wichtiger Brutort für die 'Western Sea Gull'. Es wimmelt also von Möwen. Da die meisten Jungen bereits Erwachsen und weg sind, sei die Insel nun relativ leer. Man kann jedoch trotzdem keinen Schritt machen, ohne mindestens 20 Möwen zu sehen.
Auf der Insel wächst fast nichts. Raue Winde und kaum Regen verhindern einen dichten Bewuchs. Wind- und Wetterfeste Sträuche und Halme pressen sich gegen den Grund.
Der Rundweg um die Insel ist insgesamt nur etwa 3km weit, da ich immernoch angeschlagen bin, nimm ichs easy.
Der Ausblick auf den Rest von Anacapa ist wahrlich schön, die Inseln sind beeindruckend in ihrer Einzigartigkeit.
Als ich nach 2.5 Stunden die Insel wieder mit der Fähre verlasse, habe ich alles Sehenswürdige auch gesehen.
Am Nachmittag und Abend organisiere ich meine Sachen vom Zelten und verbringe anschliessend den Rest des Abends mit Ines und ihrer Familie.
31. August
Heute wollte ich eigentlich in den 'Six Flags Magic Mountain'-Freizeitpark. Ich fand vor einigen Tagen jedoch heraus, dass dieses Wochenende 'Labor Day' ist und da alle Amis frei haben. Da ich keine sonderliche Lust hatte, den ganzen Tag über alleine in der Hitze anzustehen, entschied ich mich stattdessen in Santa Barbara zu bleiben und den Strand zu geniessen.
Ines lieh mir ihr Fahrrad und einen Strandstuhl. Damit düste ich dann durch Santa Barbara und genoss den Strand, die Sonne, die Palmen und das Meer. Endlich schaffe ich es im Pazifik zu baden. Hier in Südkalifornien ist das Wasser nicht mehr so kalt und es fühlt sich alles wie in den Strandferien an.
Im Kontrast dazu müssen Ines und ihr Mann das ganze Wochenende arbeiten. Schon hart, wenn man an so schönen Stränden mit Palmen wohnt und dann permanent arbeiten muss.
Anschliessend bummelte ich noch ein bisschen durch Downtown und genehmigte mir ein Frozen Yogurt.
Zu meiner Geburtsstätte schaffte ich es nicht mehr, da ich heute noch nach Los Angeles schaffen musste. (Auch war ich hier ja schonmal ausgiebig.)
Am Abend kam ich dann in Downtown Los Angeles an. Mein Hotel hatte doch tatsächlich den Mumm, mir 60$ pro Nacht für das Parken abknöpfen zu wollen. Rasch lehnte ich ab und suchte nach einem eigenen Parkplatz. Im Nachbarsblock fand ich einen für "nur" 30$ pro Nacht + 15$ pro Tag.
01. September
Vor ein paar Wochen erfuhr ich von Papi, dass mein Coucousin Dario zur selben Zeit wie ich in Los Angeles zu verweilen plant. Nach Absprache mit ihm erfuhr ich, dass er heute Nachmittag am Flughafen ankommen soll.
Also ging ich am Morgen auf eigene Faust durch Los Angeles Downtown für eine Erkundungstour.
Der erste Eindruck: schäbig. Downtown Los Angeles ist definitiv nicht der Ort der Glamour. An jeder Ecke hat es Obdachlose, die Läden sind heruntergekommen, Müll liegt auf den Strassen.
Bei jeder meiner Destinationen auf diesem Rundtrip lungern Obdachlose rum.
Ein Highlight finde ich jedoch: Den 'The Last Bookstore'. Hier stapeln sich Second-Hand Bücher in charmanten Bücherregalen. Überall hat es kleine Kunsteinrichtungen aus Büchern. Im Oberstock gibt es ein wahres Labyrinth aus Bücherregalen. Sehr viel Charm und günstige Preise für eine zufällige Auswahl an Büchern machen den Laden aus. Definitiv sehenswürdig.
Etwas froh verlasse ich Downtown, um mir einen Haarschnitt und Bart-Trim zu verpassen lassen, damit ich nicht wie ein Obdachloser am Flughafen auftauche.
Anschliessend gehe ich Dario am Flughafen abholen.
Nach nervenaufreibendem Warten und Sich-Durch-Den-Autodschungel-Kämpfen treffen wir uns und düsen direkt zu Venice Beach in Santa Monica.
Dario erzählt mir, dass er als Kind ein grosser GTA Fan war und deshalb schon immer mal Los Angeles anschauen wollte.
Am Strand gehen wir zuerst in die riesigen Wellen baden und 'Bodysurfen'. Nachdem unser Gehirn gehörig mit Salzwasser gewaschen wurde, strollern wir die Promenade ab und schauen den komischen Leuten, die unterwegs sind, zu.
Einen Halt gibts beim legendären Skatepark, bei dem die Jugend (und ein paar Alte), ihre besten Tricks zur Schau stellen.
Ebenfalls halten wir beim 'Muscle Beach'. Hier sind tagsüber viele Muskelprotze oben ohne am trainieren. Heute Abend ist der Park jedoch geschlossen.
Ebenfalls halten wir noch bei den Kanälen von Venice und gehen durch das schöne Wohnviertel.
Anschliessend führe ich Dario noch in die amerikanische Küche ein (Chipotle) und gehe wieder in mein überteuertes Parkhaus.
02. September
Heute schlafe ich aus und treffe mich mit Dario um 0900 in Downtown. Er hat sich für seinen Aufenthalt ein Motorrad gemietet und will es heute holen. Zusammen fahren wir also in eine Vorstadt von Los Angeles.
Während Dario sein Motorrad abholt (der Vermieter ist relativ langsam und der Ständer funktioniert nicht richtig) habe ich meine Packkrise. Meine Gegenstände sind in den USA nämlich nicht weniger, sondern mehr geworden.
Schlussendlich schaffe ich es doch, alles in meine Koffer und Taschen zu stopfen.
Nun müssen wir etwas essen gehen, da das Motorrad noch spontan in die Werkstatt muss...
Nach dem Mittagessen im Panda Express (damit Dario auch dies kennt) holen wir das Motorrad endlich ab. Anschliessend fahren wir zusammen durch das Hinterland von Los Angeles. (Also beide zusammen auf dem Motorrad. Ich fahre, da ich nur einen Helm bekommen habe.)
Nach gut einer Stunde Ausfahrt, muss ich mich jedoch verabschieden. Schweren (da meine Reise fertig ist) und leichten (da ich Laura, meine Familie und meine Freunde wiedersehe) Herzens begebe ich mich also zum Flughafen für die Autorückgabe und den Flug.
Alles geht natürlich, nun da ich überpünktlich da bin, wie am Schnürchen und ich bin viel zu früh beim Gate. (Mein Koffer war übrigens 0.2kg über der Limite, der Mann hat mich aber durchgewinkt.)
Am Gate warte ich darauf, dass das Boarding startet. Die Crew sagt, man soll sein Carry-On Gepäck abgeben, da der Flug vollkommen voll sei. (Ich machs aber nicht, da ich fürchte mein Gepäck ist zu schwer und gross, ich muss es ins Flugzeug schmuggeln.)
Der Flug läuft einigermassen gut, ich schlafe auch 4 Stunden. Das Essen ist super, so wie gewohnt und meine Sitznachbarn sind brav.
Zurück in der Schweiz sehe ich endlich Laura wieder und ich freue mich bereits auf die kommenden Monate.
Notizen:
Die Highways in und um L.A. sind ganztägig völlig verstopft. Unabhängig von meiner Reisezeit muss ich mit Stau und Verspätungen rechnen.
Hier in Südkalifornien ist die Bevölkerung sehr viel durchmischter als im Norden, vorwiegend Mexikanisch.
Die Reise hat mich vieles über mich gelernt und ich denke, einmal alleine zu reisen ist etwas, was jeder einmal erfahren sollte. Trotzdem nehme ich ab jetzt lieber Freunde (in) auf solche Reisen mit.
Danke an alle, die meinen Blog gelesen haben, ich freue mich, euch bald schon wieder im echten Leben zu sehen. Wenn jemand ein Bild in besserer Auflösung will, soll er mir einfach schreiben.
Liebe Grüsse, Marco
Kommentare
Kommentar veröffentlichen