Der Olymp und die pazifische Westküste
17. August
Heute geht es früh auf, ich gehe mit Chris und zwei seiner Kollegen auf den Hausberg laufen. Hoch und runter haben wir ca. 2.5h. Wir nehmen es gemütlich und plaudern die Wanderung über.
Gipfelfoto vom Mount SiOben angekommen hat man eine schöne Aussicht auf die umliegende Gegend.
Zurück beim Auto gehen wir in den lokalen Fluss einen 'Cold Plunge' machen. Da der Fluss direkt aus den Bergen kommt und aus Gletschern speist, ist er auch ziemlich kalt.
Anschliessend gehen wir noch lokal Burrito essen als Brunch (unterdessen ist erst 1000).
Zurück bei Chris verabschiede ich mich von allen und mache mich auf den Weg zu Derek und Brook. Die beiden wohnen in Bainbridge östlich vom Olympic National Park und sind gute Freunde von Garrett und Chris.
Ihre Katzen sind sehr zutraulich...Er hat ein Häuschen mitten im Wald. Wir grillieren zu Nacht grosse Steaks, welche auch entsprechend lecker sind.
...der Hund ebenfalls. Er bellt, wenn er nicht gestreichelt wird?!Am Abend empfehlen sie mir noch, 'The Goonies' zu schauen, da dieser Film an der Oregon Ostküste gedreht wurde, und sie davon ein riesen Fan sind.
Der Film ist überraschenderweise von Steven Spielberg und auch entsprechend gut. Ich habe jedoch das Gefühl, dass er eher auf Kinder abzielt.
18. August
Heute schlafe ich aus, da der Film mich gestern noch lange wach hielt. Nachdem ich Frühstückte und von meiner Gastfamilie noch frisch gelegte Eier mit auf den Weg bekam (sie haben Hühner), fahre ich los zur Hurricane Ridge im Nationalpark.
Hier oben ist es total nebelig, man sieht relativ wenig von der Aussicht.
Ich habe mich hier mit Sultan verabredet. Ihn habe ich wie Rishi (Niagara Falls) über eine Hostel-App kennengelernt. Wir wollen einen Trail ablaufen, doch aufgrund der Wetterbedingungen belassen wir es bei einem Spaziergang.
Wir finden ein Reh.Sultan ist aus Georgia und bezeichnet sich selbst als Marxist?!? Reden kann ich total gut mit ihm, er ist super aufgeschlossen und nett.
Zu Mittag halten wir mit Subway Sandwiches ausgerüstet beim 'Crescent Lake'.
Als nächstes Fahren wir zu 'Sol Duc Hotsprings'. In dieser Region gibt es eine Menge thermaler Quellen. Alle wurden von einem Resort annektiert, der Eintritt kostet 20$. Wir entscheiden uns, hinzugehen und entspannen die nächsten 1.5h im 107° Fahrenheit und nach Schwefel duftendem Wasser.
Bakterien gedeihen im warmen Wasser.Unterdessen ist es schon spät, wir fahren zurück nach Port Angeles. Sultan lässt mich bei sich in der 'Inn' übernachten, wir tratschen noch bis spät in die Nacht.
19. August
Heute schlafen wir wieder ein bisschen länger. Nach dem Frühstück in der Inn fahren wir gemütlich bis an die pazifische Westküste.
Eigentlich wollten wir zuerst in den 'Hoh Rain Forest', doch als eine Wartezeit von 1h angekündet wird (beim Hinfahren stehen wir bereits im Stau als dieses Schild aufploppt), kehren wir und machen uns Westwärts unterwegs.
So sieht es in der Nähe des Hoh Rain Forests aus.Die Pazifikküste sieht genauso aus, wie ich es mir vorgestellt habe: Rau, wild und nebelig. Schroffe Felsformationen ragen aus dem Wasser, glänzend vor Gischt.
Wir laufen bei Ebbe ein Stück die Küste ab und essen dort zu Mittag. Nachdem wir zurück beim Auto sind, ist es bereits Abend. Da ich für den Abend eine Schlafgelegenheit bei Dereks Freunden bekommen habe, verabschieden wir uns, und ich fahre nun wieder allein der Westküste nach bis Quinault.
Ich treffe auf Jenn und Paul welche soeben aus dem Ferien zurückkamen. Ihre Tochter hat einen Vertrag mit einer Musikfirma abgeschlossen (sie ist Sängerin).
Ich hisse mein Zelt im ebensten Teil ihres Gartens. Sie bieten mir noch an, ein Bett für mich bereit zu machen, doch ich will keinen Mehraufwand generieren. So verbringe ich dann die Nacht im Garten von Freundes-Freundes-Freunden.
Hier esse ich zum ersten Mal S'Mores (zu süss für meinen Geschmack).20. August
Heute gehe ich nach der Empfehlung meiner Gastgebern noch den Quinault Regenwald anschauen. Anders als der Regenwald in Malaysia (mein einziger Vergleich), ist es hier relativ kalt. Auch gibt es nicht so viele Tiere, welche Lärm machen.
Feucht ist es jedoch allemal. Anscheinend gibt es über 3 Meter Niederschlag jedes Jahr. Zu Folge sind alle Bäume, welche es hier hat, über und über mit Pflanzen bewachsen. Sich durch diesen Wald zu schlagen, muss genauso unlustig sein, wie durch tropischen Regenwald.
Am Ende des Weges komme ich zu einer Homestead. Hier haben sich früher Siedler niedergelassen. Die Gebäude wurden vom Staat erhalten.
Anschliessend steige ich ins Auto und mache mich auf meine lange Fahrt gen Süden. Ich habe aufgrund von Empfehlungen die Highway 101 gewählt, welche sich die gesamte Westküste der USA entlangschlängelt.
Hier finde ich noch Rehe.In Cape Disappointment (heisst so, weil Lewis & Clark (erste weisse Siedler, welche bis zur Westküste reisten) hier ankamen und das Land prompt als 'unbewohnbar' beziechneten. Zu viel Regen, Wind und Wolken) mache ich Mittagsrast (auch wenn unterdessen schon Nachmittag ist).
Aussicht vom Cape DisappointmentNach Astoria (in Oregon) fahre ich landeinwärts bis nach Oregon City auf einer relativ langweiligen Strecke, wo ich bei meinen nächsten Gastgebern eintreffe. Tina und ihr Mann Bob sind die Eltern von Charissa, die Frau von Chris. (Nagelt mich nicht auf die Namen der Gastgeber fest, meistens erfuhr ich die Namen erschöpft nach einer langen Reise).
Hier bekomme ich nochmals ein Bett im Gästezimmer. Da meine Gastgeber am nächsten Morgen früh los müssen, stelle ich meinen Wecker auf die 0600.
21. August
Vor der Abfahrt werde ich noch grosszügig mit selbstgemachtem und selbstgefangenen Dosenthon und Himbeerkonfi ausgestattet, sowie einer Büchse Dosenhühnchen (auch selbstgemacht).
Mein erstes Ziel ist Mount Hood. Hier wurden Teile des 'Shining' Films gedreht. Gleich dem Mount Rainier, welcher am Horizont Seattles aufragt, ragt Mount Hood am Horizont von Portland auf.
Oben angekommen bin ich jedoch ein bisschen enttäuscht. Der Berg sieht von der 'Overlook Lodge' sehr zahm aus. Skilifte ziehen sich die Bergflanke hoch und Gletscher sind keine sichtbar.
In der Ferne erspähe ich jedoch einen anderen tollen Berg. Ich denke, dass es die 'Three Sisters' sind.
Anschliessend fahre ich weiter bis zum 'Crater Lake National Park'. Ich komme in der perfekten Stunde an, bevor die Sonne über dem Krater untergeht.
Dieser Park ist wahrlich beeindruckend, man fährt einen Hügel hoch und dann plötzlich brechen die Berge steil ab und man sieht einen riesigen See inmitten von steilabbrechenden Klippen. Spätestens wenn man den 'Minivulkan' in der Mitte des Sees erblickt, realisiert man, dass man am Krater eines riesigen Vulkans steht, welcher vor Urzeiten explodierte und nur noch sein Fundament zurückliess.
Das Wasser im Crater Lake ist so klar, dass man es für den Himmel halten könnte. Algen wachsen hier in Rekordtiefe.Ich fahre als nächstes zum First-Come-First-Served Camoingplatz. Obwohl ich 3 leere Plätze erspähe, sagt mir die Rangerin, dass bereits alle Plätze vergeben seien. Ich glaube, das Konzept von FCFS, wird hier anders als an anderen Orten verstanden.
Mein ZunachplatzAlso entscheide ich mich, das Znacht auf einem Hügel nahe des Kraters einzunehmen. Ich warte die Nacht ab und gehe dann bei (fast) Leermond Sterne fotografieren.
Der Krater ist kaum zu sehen.Nun ist es bereits nach 2300. Ich fahre kurzerhand zurück zur Picnic-Stelle, klappe meine Sitze um, und schlafe im Auto.
Mein Autoschlafplatz von innen...22. August
Ich wache früh auf und fahre für ein letztes Bild des Kraters zur Krete hinab.
Anschliessend mache ich mich auf den Weg zum 'Redwood' Nationalpark. Meinen ersten Eindruck der grossen Bäume erhalte ich auf einem Spaziergang, welcher menschenleer ist, und mir meine Gastgeber aus Oregon City empfohlen haben.
Die Temperaturen hier sind kälter als beim Crater Lake (angenehme 18°), doch die Luft ist fast vollständig mit Wasser gesättigt. Die Wälder gefallen mir hier sehr gut.
Zu Mittag esse ich bei Burger King (ich habe erfahren, dass man die Burger beliebig personalisieren kann). Nachdem ich meine 2000kcal, 3 Patties, extra Speck, extra Salat, extra Gurken Bombe gegessen habe, fahre ich in den Nationalpark.
Sobald ich in Nähe des Meers komme, zieht Nebel auf. Das eiskalte Meer begünstig die Nebelbildung.
Nachdem ich meinen Campingplatz in Beschlag nahm, fuhr ich zur Hidden Beach. Bevor ich mich auf den Weg mache, ziehe ich einen Powernap im Auto. Als ich aufwache, habe ich keinerlei Gefühl mehr im linken Arm. Die zwei kleinsten Finger surrten noch den Rest des Tages. (Sollte ich mir Sorgen machen?!)
An der Beach gab es niemanden ausser mir (wahrscheinlich, weil man einen Kilometer durch den Wald laufen musste). Ich finde das Meer in Ebbe vor, und entdecke jede Menge enthüllte Muscheln, Seesterne und Krebse.
Muscheln auf einem Felsen.Nachdem ich einige Fotos mache und den Strand alleine genoss, kletterte ich auf einen der 'Seastacks' hinauf.
Links der SeastackBeim letzten Tritt nach unten wollte ich in den Sand springen, rutschte jedoch auf dem nassen Felsen aus und klatschte seitwärts auf den feinen Sand. Sollte mir eine Lehre sein, so angeberisch vor den Krabben herunterzuspringen.
23. August
Nach dem Ausschlafen ist das Gefühl weitgehend in meine Finger zurückgekommen. Als ich meine Symptome später Google, erfahre ich, dass das bei starker Belastung des Ulnarisnervs normal ist. Allerdings ist mir so etwas noch nie passiert. Entweder also Pech oder mein fortschreitendes Alter.
Heute will ich die berühmtesten Orte in den Redwoods anschauen. Ein Ranger sagt mir, dass es überall grosse Bäume hat und es nicht so einen Unterschied mache, wohin genau ich gehe.
GrössenvergleichTrotzdem besuche ich als Erstes 'Big Trees'. Hier erfahre ich, dass die Bäume 'nur' 3 Meter tiefe Wurzeln haben. Für eine Höhe von 80 Metern ist dies jedoch wenig, und so verschränken die Bäume gegenseitig die Wurzeln unter der Erde, um von den Winden nicht ausgerissen zu werden.
Später halte ich noch im 'Lady Bird Johnson' Hain, dem wohl bekanntesten in der Gegend.
Etwas vom Beeindruckendsten in diesem Park ist die Atmossphäre. Kalte, feuchte Luft zieht durch die Wälder. Oft zieht Nebel gespenstig durch die Bäume. Nur selten hört man Geräusche (abgesehen von Insekten). Die Stille und die Bäume erschaffen so ein Ort des Friedens.
Die Sequoia Sempervirens werden ihrem Namen getreu bis zu zwei Millenia alt. Durch ihre immense Höhe von bis über 100 Metern brauchen sie den allgegenwärtigen Nebel, um Wasser bis in die Krone zu befördern. Ebenfalls können diese Bäume ihre Innereien an Feuer verlieren, ohne zu sterben.
Dieser ausgehöhlte Baum ist putzfidel.Der Ranger hatte übrigens Recht, einen grossen Unterschieden zwischen den einzelnen Hainen kann ich nicht bemerken. Ebenfalls kann man die Höhe vom Boden aus schwer abschätzen.
Das verbrannte InnereBevor ich zurück zum Zeltplatz gehe, begehe ich noch einen kurzen Weg zu einer weiteren Bucht. Auf dem Weg begegne ich einem 'Roosevelt Elk', der mitten auf der Strasse steht.
24. August
Nach dem Aufstehen, zwinge ich mich, zwei Runden um den Campingplatz zu rennen, damit ich nicht sämtliche Ausdauer verliere.
Der Nebel taucht alles in ein gespenstisches Licht.Danach geht meine Fahrt nach San Francisco los. An einer Tankstelle werde ich um meinen Kaffee gescammt. Ich nehme den 'Pumpkin Spice Latte' direkt vorgemischt aus der Maschine. Erst im Auto bemerke ich, dass der Kaffee wohl alle war und ich fortan an heissem Wasser mit Kürbisgeschmack nuckeln muss.
Geschwungene Maserung der RedwoodsEinen Zwischenstop gibts noch im 'In-N-Out', einer Burgerkette mit günstigen Burgern, welche dafür jedoch auch nicht überragend schmecken.
Endlich halte ich noch in einem Starbucks, um meine Kamera zu laden und den längst überfälligen Blog zu veröffentlichen.
Notizen:
Crater Lake ist zwar beeindruckend und schön, mehr als einen Tag kann man hier jedoch kaum totschlagen. Lohnt sich nur zu besichtigen, wenn man in der Nähe ist.
Die Redwoods sind nicht ein kontinuierlicher Park, sondern sind zerstückelt in verschiedene State Parks und den Nationalpark.
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