Geologie der Rockies
29. Juli
Den ersten Tag im Teton fahre ich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten ab. Das unglaubliche an diesem Nationalpark sind nicht per se die Berge, sondern der Landschaftskontext. Hier grenzen nämlich zwei geologische Platten aneinander. Die eine hat sich aufwärtsgeschoben, während die andere nach unten rutschte.
Dadurch gibt es das Teton-Gebirge auf der einen Seite und eine flache Hochebene (das Jacksons Hole) auf der anderen. Dadurch wirkt es als stiegen die Berge unmittelbar aus dem nichts bis auf über 4000m an.
Der Grand TetonMount MoranGegen Abend ging ich noch zu den 'Hidden Falls'. Hierzu hätte man zwar eine Fähre nehmen können, da sie hinter einem See beginnen, ich habe mich jedoch für den Wanderweg entschieden.
Auf dem Weg kam mir ein Typ im langarm Shirt mit Sandalen joggend entgegen. Er grüsste mit Howdy.
Unterdessen tragen Leute Bärenspray und/oder Glöckchen mit sich herum. Da ich jedoch für den Moment nur stark begangene Routen laufe, habe ich bisher auf beides verzichtet. Im Park fand ich auch noch folgendes ermutigende Schild.
30. Juli
Heute ging ich früh los. Ich wollte die zu dem 'Amphitheatre Lake' laufen. Die Wanderung geht ca. 16 km und 1000 Höhenmeter. Als erstes machte ich jedoch noch einen Abstecher zu einem berühmten Fotoort der Tetons.
Auf der Wanderung hat es wieder viele Leute, doch die meisten biegen irgendwann ab, ich lasse mir sagen, dass es dort einen 'Influencerort' gibt.
Ich begegne überdies vielen Kletterern. Ein Päärchen behauptet mir gegenüber, sie haben einen Schwarzbären weiter unten gesehen.
Am See angekommen bin ich nun fast alleine. Ich esse meine zwei Cliffbar, welche ich zum Mittagessen mitgenommen habe. Ich merke, dass das ein kümmerlicher Zmittag ist, sowohl in Kalorien als auch Befriedigung. Leider kann ich mir keine frischen Sachen aufbewahren, aber bei der nächsten Geglegenheit kaufe ich Salami und Toast.
Der Amphiteatre LakeNach den Essen unternehme ich einen kurzen Schwumm im See. Trotz fast 3000 Metern ist das Wasser nicht so kalt wie erwartet. Nach dem Abstieg nutze ich das Visitorcenter, um meinen Kameraakku aufladen und mich ins Internet einzuwählen. Verbindung hat man nämlich nur fragmentiert im Park.
31. Juli
Heute schlafe ich aus und fahre dann gemütlich nordwärts in den Yellowstone Nationalpark. Der Park gefällt mir auf anhin. Er ist eine Hochebene völlig bewaldet mit Tannenbäumen und umgeben von Bergen in der Ferne.
Nach dem Check-in beim Zeltplatz fahre ich gleich weiter und hake alle Sehenswürdigkeiten in meiner Nähe ab. Da der Park so riesig ist, handelt es sich dabei nur um einen Bruchteil. Trotzdem bin ich schon total begeistert von den ersten Geysiren und Mudpots. Laura hat mir immer Angst gemacht, dass es im ganzen Park nach faulen Eiern riecht, doch dass kann ich nur in der unmittelbaren Nähe der Geysire bejahen. Dafür zum Teil so fest, dass einem die Luft wegbleibt.
Hier brennt es regelmässig. Es gehört zum Zyklus der Pflanzen.Ich ende meine kurze Expedition, nachdem ich die 'Lower Falls' begutachtete. Sie befinden sich im 'Grand Canyon of Yellowstone'. Ich nehme mir vor, in den nächsten Tagen dort eine Wanderung zu machen.
Bisons gehören unterdessen zum Alltag. Beeindruckend sind sie trotzdem.Am Abend quatsche ich mit meinen Britischen Nachbarn. Es sind zwar zwei Familien, die zusammen reisen, die Kinder sind jedoch fast alle Erwachsen, weshalb ich keine Hemmungen hatte, sie anzusprechen. Nachdem wir ein mir fremdes Spiel versuchten, grillieren wir Marshmallows auf dem Lagerfeuer. Ich nehme mir vor, ebenfalls Marshmallows zu kaufen (auch wenn ich mir mit dem Lagerfeuer noch nicht sicher bin).
Die Nacht wird wieder bitterkalt.
01. August
Heute entschied ich mich für die Touristentour. Das heisst: Geysire. Also fuhr ich zuerst eine Stunde durch den Park, bis ich beim 'Old Faithful' ankam. Dort befindet sich das 'Upper Basin' mit Geysiren. Ich mache ein Foto im Visitorcenter für die erwarteten Ausbruchszeiten und gehe auf den mit Touristen verstopften Rundweg. Mir fallen überdurchschnittlich viele Chinesen und Inder auf.
Ich erwische gleich zwei Geysire bei Ausbrüchen.
Nachdem ich zurück beim Old Faithful ankomme und diesen Ausbruch bestaune, will ich nach Hause anrufen, schliesslich ist Nationalfeiertag. Internet habe ich jedoch nur etwa 5 Sekunden am Stück und ein WLAN gibt es nicht.
Unter uns gesagt, finde ich die Geysirausbrüche zwar imposant, für Fotografien bei Tage jedoch völlig uninteressant, da man nur weisses Wasser sieht.
Ich reise weiter und besuche noch den 'Middle' und 'Lower Basin'.
Zum Schluss fahre ich bis Norris, wo ich den grössten aktiven Geysir der Welt antreffe. Ebenfalls finde ich die erste Unstimmigkeit in meinem Reiseführer von 1998. Dort wird nämlich behauptet, das der eine Geysir alle paar Minuten ausbricht. Unterdessen ist dieser jedoch versiegt, mit einer Aufschrift, dass er in den 90ern sehr aktiv war.
(nicht der grösste geysir)Im generellen sind alle thermischen Aktivitäten total spannend, das Wissen, dass unter einem die Erde und das Magma tobt, ist unheimlich. Überall in der Nähe von Geysiren leben keine Pflanzen mehr, die Hitze und zum Teil die Säure machen das Gebiet unfruchtbar.
Notiz am Rande: Da ich die ganzen Touristenfotos (also vom Steg aus mit der Kamera einfach draufhalten und abdrücken) langweilig finde, zeige ich hier vor allem die spezielleren Bilder.
Ich habe immernoch konstant kein Internet, wahrscheinlich werde ich nach dem Yellowstone eine kurze Pause in einem Airbnb einlegen, um wieder Anschluss an die Zivilisation zu finden.
Am Abend entscheide ich mich, als Test im Auto zu schlafen, um zu sehen, ob es hier wärmer ist.
02. August
Im Auto war es wirklich wärmer, der CO2 Gehalt darin hat dafür wahrscheinlich ein paar meiner Hirnzellen absterben lassen.
Für heute will ich im 'Grand Canyon of the Yellowstone' spazieren gehen.
Als Bärenschutzmassnahme stelle ich mein Spotify auf dem Handy laut und singe frisch fröhlich mit. Alle Wanderer, denen ich entgegenkomme, schauen mich seltsam an...
Der Weg führt zuerst entlang der Klippe des Canyon durch die Tannenwälder. Plötzlich fällt er recht abrupt ab, während sich die Tannen zurückziehen. Anzeichen dafür, dass es hier geologische Aktivitäten gibt. Tatsächlich finde ich kurz darauf mehrere Geysire ohne Absperrungen. Ein paar davon schaue ich mir vorsichtig aus der Nähe an.
Im Tal angelangt bestaune ich die Ausmasse des Canyons während ich meine zwei Energieriegel esse. Leider fehlt der Ausblick auf die Fälle.
03. August
Ich erwache früh im Zelt und steige ins Auto um nach Norden zu fahren.
Diese Fahrt muss die schönste des Aufenthalts im Yellowstone sein. Da die Luft noch zu kalt ist, bleibt der Dampf der Geysire im Park hängen und der Sonnenaufgang gibt dem ganzen einen magischen Touch. Kann ich jedem nur empfehlen!!
Einen kurzen Stop gibts allerdings noch bei den 'Mammoth Hot Springs'. Hier quillt heisses Wasser aus dem Boden empor und fliesst über spezielle Ablagerungen terassenförmig herunter. (Ich habe die genaue Bezeichnung für dieses Gestein vergessen.)
Anschliessend kehre ich in einem Starbucks ein, um meinen Internet-Entzug zu bekämpfen. Anschliessend gibt es eine lange Fahrt gen Norden, dem Glacier Nationalpark zu. Während der Fahrt realisiere ich, dass ich noch keinen Campingplatz habe für die nächsten Tage und Wochen. Ebenfalls werde ich im nächsten Park wahrscheinlich ebenfalls keinen Internetempfang haben.
In einem MacDonalds (genauso schlecht wie in der Schweiz) buche ich ein last-minute hostel mit Internet, gleich beim Park.
Hier entdecke ich meine neue Lieblings-Fast-Food-Kette: PandaExpress. Gutes chinesisches Essen unter 10CHF.
Weltuntergangsstimmung während des AbendessenDen Rest des Abends verbringe ich mit dem Planen der nächsten Tage. Irgendwann bin ich so müde, dass ich ins Bett kippe.
04. August
Ich erwache in meiner Schlafkabine und realisiere, dass ich noch nicht einmal Ansatzweise die nächsten Tage geplant habe.
Ich frage die Rezeptionistin, ob ich hier bleiben und arbeiten darf während des Tages. Sie bejaht und der gratis Kaffee und Tee sind mein.
Hier die wichtigsten Neuigkeiten:
- Schweren Mutes streiche ich Banff und Yoho in Kanada, da alle Campingplätze dort ausgebucht sind und es keine Alternativen gibt. (Ebenfalls ist das Buchungssystem dort MÜLL. Auch werden die Plätze ca. ein halbes Jahr vorher frei.)
- Ich nutze die gewonnenen Tage, um mir ein bisschen Stress im Rest der Reise zu nehmen.
- Ich habe heute den Rest meines Trips fertig gebucht (zumindest alles buchbare). Das sollte mir weitere Arbeitstage während meiner Ferien ersparen!
Jetzt (1630) gehe ich essen, ins Gym und dann zu meinem Campingplatz im Park. Das nächste Update gibts wahrscheinlich wieder länger nicht, da das Internet 'spotty at best' ist.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen